ANREISE

langsam , immer langsamer schiebt sich der zug in richtung osten .
in warschau übernachten wir in einem indischen guesthouse - wir sind froh , dass wir unsere bikes mit nach oben nehmen können .
die züge werden einfacher . wir wissen , dass unsere räder verpackt sein müssen , also haben wir genug zeit in przemysl eingeplant . bei einem fahrradgeschäft besorgen wir uns die passenden kartons und sind entspannt .
erstmal ein café suchen und finden . wir werden vom hippen design angezogen ,  der barista macht einen ausgezeichneten kaffee ( ist ja auch regional verarbeitet ) .
zu unserer überraschung erzählt uns agatha , der einzige andere gast , dass sie uns deutsche schon an den ortlieb taschen erkannt habe , in polen könne sich die keiner leisten . sie selbst war schon in thailand auf radreisen , wir sind über diese zufällige begegnung erstaunt und fühlen uns wie in einen geheimbund aufgenommen .
die bikes sind zerlegt und verpackt und haben auf den unteren liegen platz gefunden . zum glück haben wir in weiser voraussicht vier schlafplätze im nachtzug nach odessa gebucht .
die zugbegleiter sprechen russisch als fremdsprache .
der samovan wird mit steinkohle geheizt , es gibt wahlweise tee oder kaffee , wir trinken lieber die letzten mitgebrachten fränkischen biere .
es ist spät .
am grenzübergang polen - ukraine wird es unruhig . die polnischen grenzer sind nett , die ukrainischen nehmen unsere pässe mit , dann militär , der wagon wird gefilzt , dann zoll , männer in knöchellangen mänteln und überdimensionalen mützen , wie man sie sonst nur aus filmen kennt . der kleinste hat das sagen , sie sind skeptisch wegen den polnischen kartons , machen fotos vom barcode und sprechen russisch , während wir uns mit zappelnden bewegungen erklären . der eine ist etwas heller als die anderen und sie ziehen weiter . wir bekommen unsere pässe zurück und rollen wieder .
man  hat das gefühl , dass hier weniger planken unter den gleisen liegen , das monotone klacken ist einschläfernd .
plötzlicher halt in lwiw . wir haben eine stunde aufenthalt , erklärt man uns . irgendwas vom nachbargleis und unserer wagonnummer .
der bahnhof wird von einer einzigen lampe beleuchtet , wir machen einen spaziergang . die aufenthaltshalle ist dunkel und von finsteren gestalten bevölkert , in einem raum riecht es streng und viele eingefallene augen blicken uns an . wir beschließen uns wieder zum zug zu begeben . am bahnsteig angekommen fährt uns dieser vor der nase davon .
kurzer schockmoment : alles ist da drin !
doch wir haben richtig verstanden und der zug fährt am nachbargleis wieder ein , er ist jetzt gefühlt fünfmal so lang . wir finden unser abteil und haben eine gute nacht .
am nächsten morgen in odessa schraube ich unsere bikes zusammen. wir fahren zum fährbüro , vladken von ukrferries hat alles gut organisiert : kajüte mit fenster , dreimal täglich essen , 64 stunden fahrt übers schwarze meer .
es sind noch 20 kilometer zum fährhafen , die räder rollen gut , wir sind überpünktlich , wieder grenzkontrolle , dann sind wir auf der greifswald . es gibt abendessen , unsere kajüte ist gemütlich .
drei tage rhythmisches wummern der schiffsmotoren und frische brise liegen vor uns.
die ruhe tut gut nach dem organisationsmarathon der letzten tage vor unserer abreise .
alles , die abschiede, die party  legen sich als wohlige erinnerung .
danke an alle beteiligten !
die delfine begleiten uns in den bunten hafen von batumi .
in bildern