TURKMENISTAN

willkommen in totalistan turkmenistan !
vier tage transit .
die geldwechsler an der grenze haben wohl die masche der aufdringlichkeit erfunden ,
irgendwann können wir sie endlich abschütteln .
natürlich funktioniert der erste und einzige geldautomat nicht und wir tauschen doch noch ein paar mitgebrachte dollars .
weil wir uns vorher nicht erkundigt hatten , zugegeben zu einem dubiosen wechselkurs .
und so scheint uns der erste einkauf im recht überschaubaren sortiment des lokalen supermarktes ziemlich überteuert .
die erste begegnung mit den turkmenischen frauen wie eine fatamorgana .
im nacken gebundene übergroße kopftücher über hochgestecktem haar , knöchellange das gesäß betonende röcke und plateau-schlappen ,
die das erfrischende selbstbewusstsein dieser frauen farbenfroh unterstreichen .
wir biegen auf die einzige nebenstraße richtung mary ab , passieren einen polizeiposten irgendwo im nirgendwo und treffen am ersten nachmittag eigentlich nur noch auf ein expeditionsfahrzeug und eine herde kamele .
es ist heiß , aber wir haben kühlenden gegenwind , wiedermal wird die fahrt holprig .
wir schlagen unser zelt abseits der straße in der wüstenartigen landschaft auf , sammeln in der spärlichen vegetation brennholz und machen ein knisterndes lagerfeuer .
später bewundern wir den endlosen sternenhimmel und bemerken , dass uns absolute stille umgibt .
kein licht , kein mensch , tier oder insekt , einzig ab und an ein flugzeug , das die ruhe durchkreuzt .
unsere erste unterkunft haben wir in bayramaly .
um ein doppelzimmer zu bekommen , müssen wir unsere heiratsurkunde vorlegen .
im dazugehörigen restaurant genießen wir durstig das erste kühle bier nach vier wochen im iran .
am nächsten tag erfahren wir dann auch , dass die bank einen anderen wechselkurs als die leute auf der straße als die dealer auf dem basar hat .
plötzlich sind alle einkäufe unvergleichlich erschwinglicher .
die marktstände quellen über von leuchtendem obst und gemüse , türmen von brot und salaten .
wir nehmen uns zeit , um die ruinen des alten merv zu erkunden , an den alten stadtmauern entlangzufahren und auf den hügeln amateurarchäologisch , aber erfolgreich , nach glasierten Keramikscherben zu suchen.
der zugticketkauf für die abendliche fahrt nach turkmenabat entwickelt sich zu einer stundenlangen aktion , bei der die fahrkartenverkäuferin telefonisch zuerst einen sitzplatz im zug und dann auch noch eine reiseerlaubnis für jeden passagier bei der zuständigen zentrale einholen muss .
angeblich hat man angst vor terroristen .
turkmenabat wie ein deplaziertes weißes andorra mit grünen dächern , überall wird gerade frisch gestrichen .
das fotografieren öffentlicher gebäude , so auch auf dem markt , soll verboten sein .
doch die großstädter hier begegnen uns überraschend fröhlich und aufgeschlossen .
wir fühlen uns wie popstars und dürfen wiedermal auf zahlreichen selfies lächeln , aber auch selbst fotografieren .
der versuch unsere wenigen turkmenischen manats auszugeben scheitert .
statt einkäufe zu machen , bekommen wir köstliche geschenke , die uns noch die nächsten tage bis nach bukhara in usbekistan schmecken .

in bildern