KIRGISISTAN
gute dreißig kilometer fahren wir durch das wohl schönste niemandsland dieser erde .
die strasse überwindet einen weiteren bergpass ,
schlängelt sich von dort endlos bergab und bietet spektakuläre ausblicke auf die seitengipfel des peak lenin massivs mit seinen gigantischen schnee - und eismassen .
schlängelt sich von dort endlos bergab und bietet spektakuläre ausblicke auf die seitengipfel des peak lenin massivs mit seinen gigantischen schnee - und eismassen .
frisches gletscherwasser fließt von allen seiten zusammen , von mineralien grün und rot gefärbt , bietet sich ein einzigartiges farbenspiel .
ein paar baracken samt gemüsegarten stellen den grenzübergang nach kirgisistan dar .
die beamten tragen kalpak , den traditionellen kirgisischen hut .
sie haben es keineswegs eilig , sondern lassen uns eine halbe ewigkeit in der prallen mittagssonne vor einer klapprigen schranke warten .
unmittelbar nach der unsichtbaren grenzlinie öffnet sich die berglandschaft und entlässt uns in eine weite und saftig grüne hochebene .
im flusstal des kyzylsuu haben nomaden überall ihr sommerlager in form von jurten, zelten und bauwägen aufgeschlagen .
yaks, pferde , kühe , schafe und ziegen kauen und haben runde bäuche .
kinder kommen zu uns an die straße gerannt und grüßen uns mit aller logik widersprechenden byebye-rufen .
das guesthouse in sarytash ist stolz auf die kürzlich neu eingerichtete dusche , ein alleinstellungsmerkmal und aushängeschild in der spärlichen touristischen infrastruktur des dorfes.
tatsächlich gibt es einen einzigen geldautomaten , den wir , zwischen wohnhäusern und labyrinthartigen fußwegen versteckt , schließlich doch noch finden .
gut akklimatisiert machen wir einen abstecher zum basecamp des peak lenin , das leicht über eine staubpiste erreichbar ist und wo gipfelaspiranten aus aller welt in gelben expeditionszelten untergekommen sind .
wir wollen so nahe wie möglich an diesen steinernen riesen herankommen und wandern bis auf den pass der reisendenden .
dort können wir auf den sich talabwärts schiebenden gletscher blicken und uns vom wolkenspiel um den siebentausender bezaubern lassen .
zusammen mit einer radreisenden baskin und einem wagemutigen jungen polnischen bergsteiger , der zwei wochen später den gipfel im alleingang erklimmen wird , schlagen wir unser zelt etwas abseits des trubels an einem idyllisch gelegenen bergsee auf und genießen den funkelnden sternenhimmel .
zum frühstück gibt es frisch gemolkene kuhmilch vom nahegelegenen jurtenlager , danach dreht rishi eine runde auf dem esel des schäfers , im gegenzug fährt dieser mit einem unserer räder über die buckelpiste der weide .
beide haben sichtlich freude daran .
wie auf einer kugelbahn geht das radfahren dann weiter , über kleine straßenpässe und durch vom bunten fels farbenfrohe täler .
unterwegs campen wir mit pferden und machen lagerfeuer , füllen am straßenverkauf unsere käsevorräte auf und helfen beim traditionellen teppichfilzen mit .
nach einer endlosen abfahrt landen wir in osch , wo wir jeden tag einen tag länger bleiben .
schließlich eine ganze woche verbringen , um uns von den körperlichen strapazen im pamir zu erholen , wieder neue kräfte zu sammeln und ein paar entspannte urlaubstage zu verbringen .
schließlich eine ganze woche verbringen , um uns von den körperlichen strapazen im pamir zu erholen , wieder neue kräfte zu sammeln und ein paar entspannte urlaubstage zu verbringen .
wir stöbern auf dem größten markt zentralasiens -
waren wie menschen ein potpourri aus kirgisen, chinesen, russen und erstaunlicherweise koreanern , die die ehemalige sowjetunion nicht in russland haben wollte .
waren wie menschen ein potpourri aus kirgisen, chinesen, russen und erstaunlicherweise koreanern , die die ehemalige sowjetunion nicht in russland haben wollte .
die stadt ist kreuzungspunkt der meisten touristenrouten , außerdem hauptumschlagplatz der drogen aus afghanistan auf ihrem weg nach norden .
kurz hinter dschalalabat wird die straße wieder zu schotter, das auf und ab geht munter weiter , immernoch folgt ein pass dem nächsten und wir sammeln fleißig höhenmeter .
es ist nicht viel verkehr , nur ab und an wirbelt uns ein vorbeirasendes auto den feinen staub in gesicht und lungen .
ein daherwandernder geschäftstüchtiger imker träumt von reichtum und will mit uns als partner seinen wildblütenhonig nach deutschland exportieren .
erbarmungslose sonnenstunden lassen unsere mittagspausen wieder länger werden , ein letztes aufbäumen des spätsommers wohl .
die tatsächlichen temperaturen müssen einfach höher liegen als vom wetterbericht angekündigt , in der unterkunft in kazarman bekommen wir schließlich infos über die manipulationen des kirgisischen wetterdienstes .
in dödömöl heißen uns geisterjurten auf friedhöfen willkommen , bekommen wir brot geschenkt , weil der dorfladen nur russische süßigkeiten verkauft .
dann eine atemberaubende aussicht vor der abfahrt nach zhany-talap , wir fühlen uns wie in einem land vor unserer zeit .
berge in falten wie schwer fallende gewänder , sanft abgerundet durch erosion von wind und wetter .
während eines wolkenbruchartigen gewitters sind wir glücklicherweise in einem schlichtem holzhaus homestay mit innovativem jurtencafé .
hier treffen wir auf zwei holländische pärchen , eine generation älter als wir , die zwei wochen zum bikepacking nach kirgisistan gekommen sind .
wohltuende abkühlung nach dem regen .
der weg zum song kul windet sich gleichmäßig eine steile bergflanke hinauf und gibt erst spät den blick auf eine weite hochebene mit verstreut wie wiesenchampignons stehenden lagern und den spiegelglatten bergsee frei .
der weg zum song kul windet sich gleichmäßig eine steile bergflanke hinauf und gibt erst spät den blick auf eine weite hochebene mit verstreut wie wiesenchampignons stehenden lagern und den spiegelglatten bergsee frei .
pferde, kühe und schafe ziehen in herden umher .
esel , hunde und ziegen mischen sich darunter .
esel , hunde und ziegen mischen sich darunter .
alle dürfen sich bis zum horizont frei bewegen oder werden von temperamentvollen kirgisischen reitern in wildwestmanier zusammengetrieben .
wir übernachten dort in der jurte einer schäferfamilie .
auf nachfragen wird ein pferd gesattelt , die zügel bekommt man ohne einweisung einfach in die hand gedrückt .
das reiten im galopp über die weite steppe zusammen mit halb wilden pferden ist ein unbeschreibliches erlebnis von freiheit .
vor einbruch der dunkelheit trampen wir das letzte stück nach kochkor mit einem lkw , der bis zum rand mit steinkohle beladen ist .
der motor brummt , der fahrer qualmt schlechte zigaretten und hat das führerhäuschen wunderbar stilecht mit aufreizenden pinupgirls dekoriert .
im ort angekommen wird uns sofort von einem einheimischen wie selbstverständlich der weg zum touri-restaurant gewiesen .
ausnahmsweise mischen wir uns unter die backpacker und verspeisen laghman , unser kirgisisches lieblingsessen .
ein weiterer regentag beschließt das endgültige ende unseres intensiven sommers .
die folgenden kilometer legen wir aufgrund des unter radreisenden berüchtigten rücksichtslosen fahrverhaltens der kamikaze-kirgisen wieder trampend zurück .
nur eine nacht verbringen wir am sandstrand des issyk kul , wo ein weißer strandpavillion mit seeblick zum verweilen einlädt .
durch das rauschen der wellen fühlen wir uns fast wie am meer .
nach einer rasanten fahrt mit dem höllentaxi über sämtliche schlaglöcher der strasse steigen wir wohlbehalten und erleichtert in karakol aus.
das städtchen ist ein ethnischer schmelztiegel :
im russischen viertel befindet sich eine orthodoxe holzkirche , unweit zeugt eine dunganische moschee im stil eines buddhistischen tempels vom chinesischen einfluss .
im russischen viertel befindet sich eine orthodoxe holzkirche , unweit zeugt eine dunganische moschee im stil eines buddhistischen tempels vom chinesischen einfluss .
auch die ersten uiguren kreuzen hier unseren weg .
wir lassen die räder für ein paar tage stehen und machen uns mit schwerem gepäck auf dem rücken gut gelaunt zu einer mehrtageswanderung in die umliegenden berge auf .
kurz nachdem wir im nationalpark den teleti pass überwunden haben , werden wir von einem gewitter überrascht , das uns blitze und donner um die ohren wirft und schließlich uns und unser gesamtes gepäck durchnässt .
verflucht seien die schlechten geliehenen rucksäcke .
verflucht seien die schlechten geliehenen rucksäcke .
wir frieren die ganze nacht , bis uns die morgensonne trocknet und das uns umgebende tal in dampfende wärme taucht .
tagelang haben wir noch muskelkater vom bergabsteigen .
nichtsdestotrotz schwingen wir uns wieder auf die räder und fahren schnurgerade an die kasachische grenze .
beim letzten anstieg auf wiedermal ziemlich steinigem untergrund werden wir von dem netten kasachen konstantin samt teemobil und tochter anastasia überrascht und überrumpelt .
erst schenkt er uns tee ein und reicht dazu datteln aus einer seiner selbstgebauten schubladen im kofferraum , dann packt er kurzerhand unsere räder auf den dachgepäckträger seines fourwheelvans .
und ehe wir uns versehen , sitzen wir auch schon bei ihm auf der rückbank und sind im nu am grenzübergang nach kasachstan .
in bildern
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