KASACHSTAN
zwar schlagen wir nur einen kurzen haken am südöstlichen zipfel kasachstans , dennoch ist eine woche genug zeit , um einen eindruck von der fröhlichen gesinnung der menschen und der atemberaubenden landschaft zu gewinnen .
nach so vielen bergen freuen wir uns auf die endlose weite der kasachischen steppe .
müssen wir am ersten tag keinen anstieg bewältigen , so werden wir aber mit gegenwind und später auch noch mit regen empfangen .
mittlerweile wissen wir : kein terrain ohne seine eigenwilligen herausforderungen .
im ersten ort eher nüchterner ausstrahlung treffen wir seit langem wiedereinmal auf unangenehm betrunkene , weswegen wir zielstrebig die bretterbuden der tüchtigen marktfrauen ansteuern , um unsere vorräte für die nächsten tage mit frischem gemüse aufzustocken .
an einem wunderschönen friedhof , einem hügel voller kunstvoller mausoleen , schlagen wir unser zelt auf . nachts hat es frost .
in der morgensonne sehen wir schnee auf den gipfeln der kirgisischen berge , in denen wir noch vor kurzem wandern gewesen sind .
am straßenstand outen wir uns als mittlerweile passionierte kurt-kenner und fachsimpeln bei einer käseverkostung mit der liebenswerten verkäuferin .
zum abschied gibt es einen schluck kimes , vergorene stutenmilch , der für schwung bei der weiterfahrt sorgt .
wir nähern uns dem sharyn river , beim picknick an einem rastplatz setzt sich eine kasachische familie zu uns in den pavillion .
wohltuende kommunikation in englischer sprache , die weltgewandtheit der menschen spiegelt den wachsenden lebensstandard eines aufstrebenden landes wider .
kasachstan investiert in touristische infrastruktur , wir sind die allerersten fahrer auf der neu asphaltierten , noch damfenden straße ins nirgendwo .
urplötzlich reißt die rote erde vor uns auf , steil senkt sich der weg in die welt des sharyn canyons . ab hier nur noch 4 x 4 oder 2 x 2 .
mit etwas phantasie nehmen die verwitterten sandsteinsäulen fratzenartige gestalten an .
als würden uns ihre gesichter zurufen , wenn unser echo von den felswänden hallt .
zu uns und den fabelwesen gesellen sich eine junge familie mit vollausgestattetem landrover defender aus berlin ( fast schon kommt etwas brandenburgische badeseestimmung auf ) , heitere kasachen , deren barbecuerauch die schwüle luft mit appetitanregenden duftschwaden durchzieht , und junges feiervolk aus almaty , das mit seiner dicken karre die nacht durchgefahren ist, um den tag nichtstuend am fluss zu verbringen .
zurück auf dem boden der kasachischen steppe , rasen zwei ps-starke wüstenbuggies lärmend an uns vorüber und wirbeln uns den staub nur so um die ohren .
die einzige andere begegnung haben wir mit zwei italienischen radreisenden , die uns eine geschlagene stunde mit ihren skurillen anekdoten aus dem berüchtigten nordwesten chinas unterhalten .
letzter stop in scharkent .
die herzlichen jungs von der autowerkstatt winken uns zu sich , um unsere reifen nochmal aufzupumpen .
die herzlichen jungs von der autowerkstatt winken uns zu sich , um unsere reifen nochmal aufzupumpen .
so rollen wir zügig richtung khorgas und sind ganz gerührt von den vielen autofahrern, die uns zum abschied zuwinken und anhupen .
uns befällt eine mischung aus wehmut , dass wir zentralasien nun verlassen , und angespannter neugier , was uns in china wohl erwarten wird .
baumaschinenkarawanen und unzählige einsatzbereite stadtbusse fahren uns am grenzübergang entgegen .
kasachstan freut sich auf chinesische neuware .
in bildern
kasachstan freut sich auf chinesische neuware .
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